Freitag, 26. Oktober 2007

Tagung "Krieg im Namen Gottes" 7. - 9- 11. 2007

Ein Hinweis auf eine Tagung die die Teilnehmer des Seminars interessieren mag:

Krieg im Namen Gottes - Tagung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und des Historischen Kollegs

Über Jahrhunderte haben die Anhänger poly- und monotheistischer Religionen im Namen göttlicher Mächte Krieg geführt. Auch im 21. Jahrhundert hat das Thema nichts von seiner Aktualität verloren. Die Bayerische Akademie der Wissenschaften und das Historische Kolleg veranstalten vom 7. bis 9. November 2007 in der Kaulbachvilla (Kaulbachstraße 15) eine Tagung zum Thema "Heilige Kriege - Religiöse Begründungen militärischer Gewaltanwendung: Judentum, Christentum und Islam im Vergleich".

"Der Herr ist ein Kriegsheld", sang Mose, um die Kriege Israels als Kriege Jahwes erscheinen zu lassen. Im Namen Allahs unternahmen muslimische Araber weltweite Eroberungszüge. Mit dem Nimbus der Heiligkeit waren die Kreuzzüge der mittelalterlichen Christenheit ausgestattet. Die Verklammerung von Religion und Kriegführung machte die Konfessionskämpfe des 16. und 17. Jahrhunderts zu Kriegen für "Gottes Sache". Im Krieg mit Frankreich 1870 / 71 verstanden sich die Deutschen als "Werkzeuge" in Gottes Hand, als "Vollstrecker seines Willens". Der Erste Weltkrieg, beteuerten religiös gesinnte Patrioten, sei "ein heiliger deutscher Krieg", eine "heilige Sache", ein "Kampf für christliche Gesittung" und "christliche Kultur". Kämpferische Islamisten beanspruchen noch immer, für die Sache Allahs einen "Heiligen Krieg" (Dschihad) zu führen. Das dreitägige Kolloquium befasst sich mit den komplexen Verflechtungen zwischen Religion und Krieg in vergleichender, interdisziplinärer und epochenübergreifender Perspektive. Es referieren:o Aharon Oppenheimer (Tel Aviv): Heilige Kriege im antiken Judentum. Monotheismus als Anlass zum Krieg?o Tilman Nagel (Göttingen): Kämpfen bis zum endgültigen Triumph. Religion und Gewalt im islamischen Gottesstaato Hans Maier (München): Compelle intrare. Rechtfertigungsgründe für die Anwendung von Gewalt zur Ausbreitung und zum Schutz des Glaubens in der Theologie des abendländischen Christentumso Werner Eck (Köln): "Hoc signo victor eris". Konstantins Sieg an der Milvischen Brücke als Modell für den heiligen Krieg?o Ludwig Schmugge (Rom): "Deus lo vult?" Akzeptanz und Ablehnung der Kreuzzüge im Mittelaltero Jürgen Miethke (Heidelberg): Legitimität oder Illegitimität militärischer Gewaltanwendung im Namen Gottes. Auseinandersetzungen zwischen dem Deutschen Orden und dem Königreich Polen auf dem Konstanzer Konzilo Heinz Schilling (Berlin): Konfessionelle Religionskriege. Religionsfundamentalismus in politisch-militärischen Konflikten der Frühen Neuzeit o Klaus Schreiner (München): "Maria vom Siege". Schlachtenhilfen Marias in frühneuzeitlichen Abwehrkämpfen gegen die Türkeno Friedrich Wilhelm Graf (München): Im Namen Gottes. Religionssemantische Strategien der nationalen Funktionalisierung des Absoluteno Hans Christof Kraus (Passau): Freiheitskriege als heilige Kriege 1792-1815o Wolfgang Hardtwig (Berlin): Gott im Krieg 1914-1918o Rudolf Schieffer (München): Iudicium Dei. Kriege als Gottesurteileo Hans Günter Hockerts (München): Hitlers Weltanschauungskrieg - ein Heiliger Krieg?o Dietmar Willoweit (München): Die Religion, der Staat und die Unvermeidlichkeit des Krieges

Termin: 7.-9.November 2007

Veranstaltungsort: Historisches Kolleg, Kaulbachstr. 15, 80539 München

Tagungsleitung: Prof. Dr. Klaus SchreinerAus räumlichen Gründen ist die Anzahl der Teilnehmer begrenzt. Anmeldung bei Frau Dr. Elisabeth Müller-Luckner im Historischen Kolleg (Tel. 089/28 66 38-66, mail: elisabeth.mueller-luckner@historischeskolleg.de).

Die Vorträge werden im kommenden Jahr in der Reihe "Schriften des Historischen Kollegs, Kolloquien" im Oldenbourg Verlag veröffentlicht.

Weitere Informationen:
http://www.badw.de/aktuell/termine

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